14Sep

Mit BLISSAIR an den Gardasee

Riva del Garda, liegt formidabel am nördlichen, fjordartigen Ende des Gardasees, vorne Strand, hinten Berge. Hier treffen sich Surfer, denen die Winde nebenan in Torbole zu heftig sind, aber auch Familien mit Kindern fühlen sich am großen Strand wohl. Rivas lange Geschichte zeigt sich beim Bummel durch die Fußgängerzone fast an jeder Hausecke.

Klar gefiel es hier schon den Rönern; am Rathaus sieht man unter der Loggia römische Relikte. Das Wahrzeichen Rivas, der 34 Meter hohe Torre Apponale an der Piazza III. Novembre, wurde Anfang des 13. Jahrhunderts zum Schutz des Hafens errichtet. Der Blick von dort oben auf fast den ganzen See ist fantastisch. Jeder, der hier baute, hat etwas hinterlassen, was den Besuch lohnt: die Skaliger klotzten die Wasserburg ans Ufer, die Venezianer hinterließen an einigen Portalen den venezianischen Löwen. Und bis 1918 gehörte Riva zu Österreich - ein Habsburgerstädtchen am Lago di Garda. Schriftsteller wie Thomas Mann, Rilke und Kafka logierten hier.

Die zur Geschichte passende Kost wird in den Osterien der Stadt aufgetischt. Dort findet man neben typisch Italienischem wie Spaghetti oder Saltimbocca auch regionale Besonderheiten aus dem Trentino, zum Beispiel Canderli (Knödel in diversen Variationen, etwa mit Speck oder Roter Beete); Strangolapreti (wörtlich übersetzt Priesterwürger, eine Art Spinatgnocchi) oder Carne Salada e Faci - Salzfleisch mit Bohnen, dessen Rezept aus dem 15. Jahrhundert stammt, als man erstmals Rund- und Pferdefleisch mithilfe von Salz haltbar machte.

Diese deftigen Gerichte verlangen nach Weinen, die ihnen etwas entgegensetzen können. Sehr zu empfehlen sind zwei vorzügliche Rote, die ausschließlich im Trentino gekeltert werden. Der eine heißt Teroldego, der andere Marzemino. Letzterer wurde bereits im 15. Jahrhundert im Etschtal nachgewiesen und schon von Mozart geschätzt, der dem Wein in seiner Oper ;Don Giovanni" mit dem Ausruf "Versa il vino. Eccelente Marzimino!" huldigte. Gegessen wird in Riva übrigens im Zwei-Schichten-Betrieb: Die Deutschen speisen von acht bis zehn Uhr abends, danach kommen die Italiener.

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